Buchstabe / A

AAM
Angeborener Auslösemechanismus: Sammelbezeichnung für alle Bereiche des Nervensystems, die zu einer Filterung der insgesamt eintreffenden Reize führen und dafür sorgen, dass jeweils nur die zugeordneten, Reize (Schlüsselreize) eine Ver-haltensweise auslösen
 
ACTH
adrenocorticotropes Hormon (Corticotropin); Vorläuferhormon, das aus der Hirnhang-drüse ausgeschüttet wird und zur Freisetzung des Stresshormons Cortisol aus der Nebennierenrinde führt.
 
Adaption
Anpassung, eine Eigenschaft, die Individuen zu einer höheren Gesamtfitness verhilft.
 
adaptiv
der Anpassung dienend
 
Adrenalin
Hormon, das im Verlauf einer akuten Stressreaktion aus der Nebennierenrinde frei-gesetzt wird; verursacht eine physiologische Aktivierung.

adult
erwachsen, ausgewachsen,
 
affin
Tendenz zur Distanzverminderung gegenüber einem Partner. (Gegensatz: diffug)
 
Agonistisches Verhalten
Überbegriff für die Gesamtheit aller mit der kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Individuen in Zusammenhang stehenden Verhaltensweisen;

Aggression;
offensive Aggresssion --- Angriffsverhalten
devensive Aggression -- Abwehrverhalten, Flucht
Dieser Begriff wird in der Ethologie nicht einheitlich verwendet. Häufig werden Agonistik und Aggression gleichgesetzt, was aber nicht so ganz stimmt, da Angriffs und Fluchtelemente bei tierlicher Auseinandersetzung eng miteinander verknüpft sind. Agonistisches Verhalten wird selten auch als agonales Verhalten bezeichnet und die Verhaltensweisen der Submission (Unterwerfung) können zu beiden Sammel-bezeichnungen gerechnet werden. Üblicherweise werden submissive Verhaltensweisen jedoch nicht einbezogen. Der Begriff wurde abgeleitet von – agonistic behavior.

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Aktualgenese
Verhaltensweise (Entwicklung und Ablauf) situativ im individuellen Lebensausschnitt.
 
Akzeleration
Beschleunigung; relativ beschleunigte Entwicklung. (Wildart – Hausform)
 
allelomimetisches Verhalten
Mach mit Verhalten – Gleichhandlung von Individuen einer Gruppe, z.B. Ruhen, Körperpflege,
 
Allianzen
Mit Allianzen sind in der Ethologie dauerhafte kooperative Beziehungen gemeint. (enduring cooperative relationships). Eine Allianz manifestiert sich durch die wieder-holte Bildung von Koalitionen zwischen zwei oder mehr Individuen. Koalitionen können von Fall zu Fall gebildet werden. Allianzen entstehen daraus erst durch ein langfristiges Engagement der koalierenden Individuen
 
Altruismus
Hilfreiches Verhalten, welches die direkte Fitness des Rezipienten (Nehmers) erhöht, diejenige des Helfenden (Gebers) vermindern kann, jedoch in sozialen Gruppen die inklusive Fitness erhöht.
 
ambivalentes Verhalten
Gleichzeitiges oder in schnellem Wechsel erfolgendes Auftreten von Verhaltensweisen aus verschiedenen, oft entgegengesetzten Verhaltensbereichen. Es tritt auf, wenn zwei Verhaltenstendenzen gleichzeitig aktiviert sind (z.B. Angriff und Flucht, deren Elemente den Ausdruck einer Mischmotivation zeichnen)  und ist kennzeichnend für Konflik-situationen.
 
Amplitude von Verhaltensweisen / Signalen
Die Weite der Ausführung einer Bewegung (Mimik, Körperbewegung) betreffend (geringgradig bis maximal) 

Amygdala
Mandelkern – Eine Ansammlung von Kernen im vorderen Stirnlappen des Großhirns. Bestandteil des Limbischen Systems; funktionell beteiligt an der Entstehung von Gefühlen und an Gedächtnisleistungen.

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Analogie
Anpassungsähnlichkeit – Übereinstimmungen, z.B. im Verhalten, die nicht auf genetischer Verwandtschaft beruhen (Homologie). Sie sind das Ergebnis konvergenter Entwicklung (Konvergenz), gehen also auf gleichartige Anpassungen an bestimmte Umweltbedingungen zurück und haben sich unabhängig voneinander herausgebildet. Traditionsanalogie: Die Informationen für die Ausbildung eines Merkmals wird nicht auf genetischem Wege, sondern über lernen, z.B. soziale Art, weitergegeben.
 
ancestral
angestammt, die Ahnen betreffend
 
Anthroponomie
Betrachtungsweise, die aus der Erkenntnis der ethischen Verantwortung des Menschen für sein Handeln keinerlei Vorrechtsstellung Tieren gegenüber ableitet.
 
Anthropozentrik
Betrachtungsweise, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
 
Appetenzverhalten
Suchverhalten, aktives Anstreben einer auslösenden Reizsituation.
 
Arbeitsgedächtnis
Gedächtnisprozesse, die nur zeitlich begrenzt gespeichert werden; werden im Bereich des präfrontalen Cortex (Stirnhirn) verarbeitet.
 
Art
Gilt als höchste gemeinsame Fortpflanzungseinheit von Individuen mit gleichen morphologischen Eigenschaften. Die biologische Art existiert als Kollektiveinheit in der Natur. Sie umfasst eine Anzahl von Individuen, die unter einer oder mehreren Populationen zusammenlebt und sich untereinander fortpflanzen.
 
Automutilation
Selbstverstümmelung, Befressen von Gliedmaßenspitzen, der Schwanzspitze, der Körperseiten (Verhaltensstörung)
 
aversiv
Reizsituationen meidend, wenn deren Wahrnehmung einmal oder mehrmals mit negativen Erfahrungen einhergegangen ist. (erlerntes Vermeideverhalten – avoidance conditioning)


 
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